Das „GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz“ stellt Dich in den kommenden Monaten vor große Herausforderungen. Was kannst Du, gemeinsam mit Deinem Praxisteam, jetzt pro-aktiv tun?
Wichtig, aus meiner Sicht, ist es jetzt
1. Die Patienten gut zu informieren und
2. die Handlungsoptionen zur Stabilisierung/Sicherung des Praxisumsatzes auszuschöpfen
Patienteninformation
- Die KBV hat heute morgen über LinkedIn nochmals Material publiziert, das bei der KBV abgerufen werden kann.
Brief und Plakat. - Wenn Patientinnen und Patienten offensiv durch Aushänge im Wartezimmer und ein Schreiben (z.B. einlaminiert auf den Tischen im Wartezimmer) über die Einsparungen durch das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz und deren Folgen informiert werden (beispielsweise darüber, dass die Krankenkassen künftig viele Untersuchungen und Behandlungen nur noch bis zu einer starren Obergrenze finanzieren und andere gar nicht mehr), kann bereits über diesen Weg Stress im Praxisalltag durch nun anfallende Kommunikationsleistung vermieden oder reduziert werden.
- So wird über die Plakate z.B. erklärt, warum die Praxis ihr Angebot reduzieren muss und Termine gestrichen oder Sprechstunden gekürzt werden.
- Sinnvoll könnte es auch sein, eine Zeit lang jeder Patientin / jedem Patienten nach dem einchecken am Empfang auf dem Weg ins Wartezimmer das Patientenschreiben mitzugeben.
Teaminformation
- Die umfassende Information der Patientinnen und Patienten würde ich unbedingt im Rahmen eines Teammeetings vorbereiten:
Auch das Team muss über die Auswirkungen des Gesetzes für die eigene Praxis informiert werden.
Vielleicht bildest Du ein kleines Projektteam, delegierst hier an eine verantwortliche Kollegin: Wie wollen wir Patienten informieren? Welche Kommunikationskanäle nutzen wir? Welche Worte wählen wir in der Patientenkommunikation? Wie ist unsere Haltung in der Praxis? etc. - Im Hinblick auf die Mitarbeiterbindung fände ich es auch sinnvoll, mögliche Ängste zu nehmen: „Wenn die Praxis weniger verdient, bekomme ich dann noch mein Gehalt?“.
- Nutze die Situation auch, um Dein Team dafür zu sensibilisieren, wie herausfordernd es ist, eine Praxis wirtschaftlich erfolgreich zu führen – und gute Gehälter zahlen zu können. Möglicherweise ist dies der richtige Moment für einen motivierender Appell in Punkto „reibungslose Zusammenarbeit“ und „an einem Strang ziehen“. Gerade, wenn es Dir als Praxisführung gelingt, Verantwortung abzugeben (s.o. Projektteam), kann es einen positiven Impuls für das Arbeitsklima geben.
Praxisorganisation:
Wie kannst Du selbst die zu erwartenden Umsatzeinbußen und damit eine Reduzierung Deines persönlichen Einkommens kompensieren?
- Auch hierzu hat die KBV Dokumente publiziert.
- Neben der Privatsprechstunde, zu der sich die KBV explizit äußert, ist meiner Meinung nach eine Effizienzsteigerung in der Praxisorganisation eine Stellschraube, um gerade in Zukunft die Personalkostenquote im Blick zu behalten und um das Terminmanagement optimal an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Z.B. durch ein Online-Terminbuchungstool.
- Das digitale, KI-basierte Terminmanagement stellt in Bezug auf die Teamgesundheit/Überlastung von Mitarbeitenden eine präventive Maßnahme dar:
-> Vermeidung von Stress Ihrer Mitarbeitenden durch in Zukunft wahrscheinlich noch aufreibendere Patientengespräche rund um die Terminvereinbarung - Wir können auch gemeinsam Stellschrauben für Dein Team und Deine Praxis identifizieren, staatlich gefördert im Rahmen einer BAFA-Beratung, die noch bis Jahresende 2026 beantragt werden kann.
Wie das aussehen könnte, habe ich vor Kurzem auf LinkedIn beschrieben:
https://lnkd.in/p/ee9H6ajF
Wie immer versuche ich, optimistisch und lösungsorientiert nach vorne zu blicken 😊
Ich zitiere daher abschließend Albert Einstein: